Eine Insel inmitten von Elend und Gewalt

15.07.2009 | München
Über die Arbeit von Klausurschwestern in einem Armenviertel von Bogotá

Kolumbiens Hauptstadt Bogotá muss sich einer großen Herausforderung stellen: Seit Ende der 70er-Jahre hat sich die Zahl der Einwohner verdoppelt. Heute leben in Bogotá rund sieben Millionen Menschen; viele von ihnen in Elendsvierteln an den Rändern der Stadt, wie etwa im südwestlichen Stadtteil Bosa.

Dort ist auch das "Kloster der Heimsuchung". Es wird von 38 Klausurschwestern bewohnt, die ihr Leben nach der Regel des heiligen Franz von Sales dem Gebet und der Betrachtung widmen. Der Heilige hatte den Orden zusammen mit der französischen Adligen Johanna Franziska von Chantal zu Beginn des 17. Jahrhunderts in der Schweiz gegründet. Seit mehr als 100 Jahren ist die Gemeinschaft auch in Kolumbien tätig.

"Im Süden der Stadt, wo die Menschen unter extremen Bedingungen leben müssen, sind wir das einzige Kloster", betont Schwester Rosa de Maria in einem Schreiben an KIRCHE IN NOT. Die Ordensfrau, die dem Konvent vorsteht, ergänzt: "Die Armen sind der Schatz der Kirche. Gegenwärtig kommen etwa 120 mittel- und obdachlose Familien zu uns, die wir unter anderem mit Lebensmitteln, Bad-Utensilien, Medikamenten und Kleidung versorgen."

Die Frauen helfen aber nicht nur materiell, sondern auch geistlich: "Wir sind in der Glaubensunterweisung tätig, geben Tauf- und Firmunterricht und öffnen den Konvent, damit die Gläubigen die Messfeier besuchen können."

Der Chor der Klausurschwestern.

Dass die Ordensfrauen selbst um ihren Lebensunterhalt kämpfen müssen, verschweigt Schwester Rosa nicht. Jahrelang hätten sie sich bemüht, das Kloster zu modernisieren. Dabei seien sie der Ordensregel gefolgt, wonach die Gemeinschaft ihren eigenen Unterhalt selbst erwirtschaften muss sowie von denjenigen, die sie um Hilfe bitten.

Einnahmen erzielt der Konvent zum einen durch Herstellung von Hostien, Decken und Gewändern für den Gebrauch im Gottesdienst; zum anderen vor allem durch die Haltung und den Verkauf von Legehennen und Eiern sowie die Aufzucht von Küken.

Zwei Schwestern beim Füttern der Hühner.

Gegenwärtig hält der Konvent auf zwei Anlagen 3500 erwachsene Tiere und 1500 Küken. Ein dritter Stall mit einer vergleichbaren Kapazität soll nun hinzukommen. Die notwendigen Investitionen für Gebäude, technische Anlagen und Geflügel übersteigen allerdings die finanziellen Möglichkeiten der Ordensfrauen. Deshalb haben sie sich an unser Hilfswerk gewandt.

Die Investition dient der Existenzsicherung des Konvents - und damit dem nachhaltigen pastoralen und karitativen Einsatz der Ordensfrauen im Stadtviertel Bosa, einem der besonders dicht besiedelten und ärmsten Stadtteile Bogotás.

Für die Diözese Soacha, zu der das Viertel zählt, ist das Engagement der Klausurschwestern von unschätzbarem Wert : Es ist ein Zeugnis gelebten christlichen Glaubens in einer von Elend und Gewalt geprägten Umwelt

Quelle: Pressemeldung KIRCHE IN NOT / Ostpriesterhilfe Deutschland e.V.

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