Europas Kirchen gestärkt für die Zukunft

27.07.2009 | Bielefeld
Vollversammlung der Konferenz für Europäische Kirchen tagte in Lyon

Lyon. "Die Jubiläumsvollversammlung hat zukunftsweisende Beschlüsse gefasst. Der begonnene Strukturreformprozess wird die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) fit machen für die vor uns liegenden Herausforderungen der Kirchen in Europa. Und die erfordern das entschlossene gemeinsame Reden und Handeln aller Kirchen", so der westfälische Oberkirchenrat Dr. Ulrich Möller im Rückblick auf die Vollversammlung der KEK in Lyon. Neben Strukturdebatten standen die Feier des 50-jährigen Jubiläums der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und der Integration der "Kommission für Migranten in Europa" im Mittelpunkt. Der breite Konsens der Mitgliedskirchen, wie wichtig eine gemeinsame Stimme der Kirchen in Europa ist, war Grundlage der Verhandlungen. Vom 14. bis 21. Juli 2009 fand die Vollversammlung der KEK im französischen Lyon statt. Ihr gehören 126 orthodoxe, protestantische, anglikanische und altkatholische Kirchen sowie 40 assoziierte Organisationen an. Die Vollversammlung tagt alle sechs Jahre und legt die Prioritäten für die kommende Arbeitsperiode fest.

Ökumene mit Zukunft

Die Strukturdebatte mit konkreten Vorschlägen ins Rollen gebracht hatte die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD). Nach einem Gegenantrag der skandinavisch-baltischen Kirchen stimmte die Vollversammlung mit großer Mehrheit einem gemeinsamen Kompromissvorschlag zu: Eine Arbeitsgruppe wird ein Konzept für eine effektivere Arbeitsweise und entsprechende Reformen erarbeiten und dies 2013 auf einer vorgezogenen KEK-Vollversammlung vorlegen. Pfarrerin Stephanie Lüders, Vorsitzende des Europa-Unterausschusses der EKvW, kommentierte: "Deutlich wurde bei den Verhandlungen, wie wichtig für eine Ökumene mit Zukunft einerseits klare inhaltliche Positionen, andererseits ein geschwisterlicher Umgang der Partnerkirchen untereinander ist. Da befinden wir uns alle gemeinsam in einem Lernprozess." Unter großem Beifall der Delegierten lud der Ökumenische Patriarch Bartholomäus I. die römisch-katholischen Kirche ein, in den kommenden Jahren mitzuwirken beim Aufbau einer Konferenz aller Kirchen in Europa. Das zusammenwachsende Europa brauche einen wahrhaft ökumenischen Zusammenschluss, der das gemeinsame Reden und Handeln aller Konfessionen ermögliche.

Gerechtigkeit, Frieden, Schöpfungsbewahrung

In der Schlussbotschaft wurde die Notwendigkeit eines starken Engagements für den Konziliaren Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung betont. In öffentlichen Stellungnahmen wurde angesichts der Weltwirtschaftskrise eine ethisch verantwortete Erneuerung der Finanz- und Weltwirtschaftsstrukturen gefordert. Wie wichtig dabei eine gemeinsame Verantwortung für die eine Welt ist, machte Bischof Julio Murray, der Vorsitzende des Rates der Lateinamerikanischen Kirchen, deutlich. Er bot den europäischen Kirchen eine intensivere Zusammenarbeit mit den lateinamerikanischen Kirchen an. In den neuen Zentralausschuss, das Leitungsorgan zwischen den Vollversammlungen, wurden aus Deutschland gewählt: Oberkirchenrätin Dine Fecht, Leiterin der Europaabteilung im Kirchenamt der EKD, Oberkirchenrätin Cordelia Kopsch, Vize-Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und Frank Otfried July, der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Württemberg für die EKD und Silke Tosch für den Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden.

Quelle: Pressemeldung Evangelische Kirche von Westfalen

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