Familienbewusste Personalpolitik: Unternehmen profitieren langfristig
Im Rahmen des Panels wurden innerhalb von zwei Jahren 61 Unternehmen untersucht, die durch ihre Teilnahme am audit berufundfamilie der berufundfamilie gGmbH ein starkes Engagement im Themenfeld „Familienbewusste Personalpolitik“ nachgewiesen haben. Beide Befragungsergebnisse wurden miteinander verglichen, um Aufschluss über betriebswirtschaftliche Effekte familienbewusster Personalpolitik im Zeitablauf zu erlan-gen. Dabei hat sich gezeigt, dass die Unternehmen familienbewusster geworden sind und damit unter anderem zu einer Verbesserung ihres Images beigetragen haben. Weitere Erfolge im Zeitablauf konnten in Bezug auf die Personalrekrutierung, die Dauer der Elternzeit und die Fehlzeitenquote erzielt werden.
Mehr als zwei Drittel der befragten Unternehmen verfügen bereits über ein konstant ho-hes Familienbewusstsein. Dennoch konnte ein weiteres Viertel sein Familienbewusstsein steigern und damit seine Außenwirkung stärken. „Die positive Signalwirkung eines famili-enbewussteren Images zieht Bewerber an und eröffnet die Chance, dem sich abzeich-nenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken“, betont Professorin Irene Gerlach, Mitglied der Projektleitung des FFP.
Die bisherigen Regelungen zur gesetzlichen Elternzeit bedingen, dass Unternehmen für bis zu 36 Monate auf Mitarbeiter verzichten und eine Vertretung beschaffen und einar-beiten müssen. Eine verkürzte Elternzeit als Folge familienbewusster Personalpolitik kann zur Einsparung so entstehender Überbrückungskosten beitragen. Den befragten Unternehmen ist es im Zeitablauf gelungen, die Elternzeit um rund 10 Prozent und damit um gut 2 Monate auf 21,9 Monate zu verringern.
Wenn das Kind plötzlich krank wird, haben berufstätige Eltern oft keine andere Möglich-keit, als auch selbst zu Hause zu bleiben. Mit familienbewussten Maßnahmen können Unternehmen diesen Betreuungsengpass ausgleichen und damit gleichzeitig ihre Fehlzei-tenquote deutlich verringern: Innerhalb eines Jahres ist sie von circa 7,7 Prozent auf 5,7 Prozent gesunken.
„Die Paneluntersuchung führt schon im Vergleich zweier Jahre Fortschritte zu Tage, insbe-sondere wenn man bedenkt, dass eine familienbezogene Umgestaltung betrieblicher Strukturen und Prozesse nicht von heute auf morgen umzusetzen ist“, so Professor Helmut Schneider, Mitglied der Projektleitung des FFP.
In jährlichen Erhebungen wird das FFP die Ergebnisse der aktuellen Studie kontinuierlich überprüfen und fortschreiben. Die bisherigen Forschungsergebnisse können auf der Ho-mepage des FFP abgerufen werden.
Das Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik (FFP) wurde im Jahr 2005 auf Initiative der berufundfamilie gGmbH gegründet und wird von ihr finanziert. Das FFP ist eine wissenschaftliche Einrich-tung an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und der Steinbeis-Hochschule Berlin. Im Auftrag der berufundfamilie gGmbH werden die betriebswirtschaftlichen Effekte familienfreundlicher Maßnahmen in Unternehmen dort erstmals wissenschaftlich fundiert untersucht und quantifiziert mit dem Ziel, stichhal-tige Aussagen zur Kosten-Nutzen-Relation familienbewusster Personalpolitik zu treffen
Quelle: Pressemeldung berufundfamilie gGmbH
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