"Freiheit und Verantwortung in besonderer Weise"
In seinem Vorwort schreibt der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider: "Nach evangelischem Verständnis konstituiert sich Elite neben dem schlichten Vorhandensein von Gaben, Fähigkeiten und Gütern auch durch eine besondere Haltung und eine besondere Motivation: Der Reichtum von Gaben, Fähigkeiten und Gütern wird eingesetzt, um für andere Menschen und für das Gemeinwesen da zu sein". Es gebe in Deutschland aller berechtigten Elitenkritik zum Trotz eine große Zahl von Menschen, die sich bewusst in einem solchen Sinne als Elite verstehen, nämlich als "Elite für andere". Zu ihr, so Schneider, gehörten Mitglieder der evangelischen Kirche, "die sich das evangelische Verständnis von Freiheit und Verantwortung in besonderer Weise zu Eigen" gemacht haben. Diese Menschen, so Schneider weiter, wollten ihre Gaben, Fähigkeiten und Güter, die sie empfangen haben, "nachhaltig für andere und für das Gemeinwesen" einsetzen. Deshalb sei es nötig, die Mitglieder dieser Elite gezielt und differenziert von Seiten der evangelischen Kirche anzusprechen und einzuladen.
Direktorin Marlehn Thieme, Mitglied des Rates der EKD und Vorsitzende der Arbeitsgruppe, für das Papier, und Prof. Dr. Wolfgang Huber, 2003 bis 2009 Vorsitzender des Rates der EKD und Mitglied der Arbeitsgruppe, stellten den EKD-Text heute in Berlin vor.
Marlehn Thieme betonte, Eliten könnten mitunter den Eindruck gewinnen, dass sie mit ihrem Stil, ihren Themen, ihren Bedürfnissen in der evangelischen Kirche nicht genügend vorkommen. Der Text solle die Zugehörigkeit gesellschaftlicher Eliten zur Kirche neu betonen und die Offenheit verschiedener kirchlicher Milieus füreinander fördern.
Wolfgang Huber betonte, dass es die evangelische Kirche verstärkt versuchen müsse, begabte junge Menschen für kirchliche Berufe zu interessieren und auch jene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu qualifizieren und zuzurüsten, die bereit seien Leitungsverantwortung zu übernehmen. Der ehemalige Ratsvorsitzende sagte weiter, der Text habe für ihn sein Ziel erreicht, wenn er eine kirchliche Auseinandersetzung mit dem Begriff der "Elite" eröffne, einen verstärkten Kontakt der evangelischen Kirche zu gesellschaftlichen Eliten anrege und den Umgang mit den eigenen Eliten innerhalb der evangelischen Kirche eröffne.
Quelle: Pressemeldung Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)
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