Ghana: Gottesdienst unter einem Palmendach

23.06.2010 | München
In diesem Jahr soll eine massive Kapelle für die Gläubigen fertiggestellt werden

Dominic Mensah Assim ist Priester in der katholischen Gemeinde St. Andrew"s in Nyarkoma, nahe der Stadt Juaso. Sie liegt knapp 200 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Accra. Die katholische Gemeinde hier wurde erst vor neun Jahren gegründet und bildet die kleinste Kirche in dieser Gegend.

Juaso bildet das Zentrum der in einem Radius von 88 Kilometern verstreuten 32 Gemeinden der Diözese Konongo-Mampong und liegt im Südwesten des Landes. In dieser Gegend leben mehrheitlich Angehörige der Ashanti, einer der großen Volksgruppen in Afrika.

"Über 90 Prozent der Bevölkerung sind Migranten aus dem östlichen Teil Ghanas. Die meisten Bewohner sind Bauern, die sich auf ihre Felder konzentrieren und einheimische Produkte, wie Kochbananen, Mais, Kokos, Yams und Maniok, anbauen. Die Erträge aus der Ernte sind ihre einzige Einnahmequelle", erzählt der Gemeindepfarrer.

Außerdem seien mehr als 99 Prozent der Einwohner Analphabeten. In der Stadt fehle es zudem an einer medizinischen Grundversorgung, an gutem Trinkwasser und ausgebauten Straßen.

Die Bevölkerung in Nyarkoma wächst schnell. Die Gemeinde hatte 2007 noch 300 Einwohner, in diesem Jahr sind es bereits 957. Katholiken bilden mit 63 Gläubigen eine kleine Minderheit.

Bauarbeiten an der Kapelle in Nyarkoma.

Für sie wurde die Kirche "Märtyrer der Ugandischen Katholischen Kirche" errichtet. Unser Hilfswerk hatte den Bau, der 2007 begann, unterstützt. Zuvor hatte die Gemeinde seit ihrer Gründung kein richtiges Gotteshaus.

Die Gläubigen hatten sich zur Messfeier in einer einfachen Hütte unter einem Dach aus Palmenblättern versammelt. Dieses Palmendach, so schön es klingen mag, war allerdings nicht unproblematisch, denn sobald es regnete erwies sich, dass es äußerst undicht war. Die Kapelle wurde in der Regenzeit unbrauchbar.

Spielende Affen auf dem Palmendach

Pfarrer Assim schilderte in einer Korrespondenz mit KIRCHE IN NOT die Lage der Gemeinde: "Während der Regenzeit stoppen alle liturgischen Feiern, denn der Boden der Kapelle wird nass und matschig. Wenn der Wind weht, tropft zudem das Wasser von den Palmzweigen auf die Menschen."

Die Kirche war auch von Wohnhäusern umgeben. Der Lärm in der Nachbarschaft drang durch die nicht isolierten Häuser zur Kapelle hin, manchmal so laut, dass Pfarrer Assim die Messfeier unterbrechen musste. "Noch störender sind die Affen, die auf dem Palmendach spielen. Manchmal fallen Früchte in den Kelch mit Wein", schrieb er.

Gottesdienst unter freiem Himmel in Ghana.

Es war klar: Die Gläubigen in Nyarkoma, Juaso benötigten statt einer notdürftigen Kapelle ein richtiges, massives Gotteshaus. Während Pfarrer Assim KIRCHE IN NOT um Hilfe für den Bau einer Kapelle bat, flüchteten einige Gemeindemitglieder bereits wegen der Störungen während der Messfeier in Kirchengemeinden anderer Konfessionen. "Je eher wir etwas unternehmen, desto besser können wir den Rest der Gemeinde hier halten", schrieb der Gemeindepfarrer.

Deshalb helfen wir beim Bau einer neuen Kirche in der Gemeinde, die überglücklich mit den Arbeiten begonnen haben. Aufgrund der Wirtschaftskrise und der steigenden Materialpreise wurde in den letzten Monaten der Bau insgesamt teurer und der Gemeinde ging das Geld aus.

"Es fehlen noch Türen, Jalousien, Fensterrahmen, der Putz und der Anstrich", berichtet Pfarrer Assim über den Zustand der unfertigen Kapelle in Nyarkoma. Wir möchten dem Geistlichen und seiner Gemeinde insgesamt 5.500 Euro zur Verfügung stellen, damit sie bald die restlichen Arbeiten zu Ende führen können.

Quelle: Pressemeldung KIRCHE IN NOT / Ostpriesterhilfe Deutschland e.V.

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