Irak: "Panik" unter den Christen in Mossul
Die Situation der Christen im Nordirak spitzt sich zu. Der Erzbischof von Mossul, Amil Shamaaoun Nona, sagte in einem Gespräch mit unserem Hilfswerk, wenn es so weitergehe wie in jüngster Zeit, würden bald alle Christen Mossul verlassen haben.
Allein in der zweiten Februar-Woche seien dort sechs Christen von Extremisten ermordet worden. Die Morde sind nach Aussage von Erzbischof Nona politisch motiviert gewesen und hätten die Vertreibung aller Christen aus der Stadt zum Ziel gehabt.
Wer genau hinter den Anschlägen stecke, sei ihm nicht bekannt. Er vermutet aber, es sei eine "politische Gruppierung, die einen Nutzen vom Verschwinden der Christen hätte".
"Blanke Panik" unter den Christen in Mossul
Die Stimmung unter seinen Gläubigen beschreibt der Erzbischof als "blanke Panik". Ob bei der Arbeit, in der Schule oder zu Hause - nirgendwo seien Christen in Mossul vor Mordanschlägen sicher, sagte Nona. Unter diesen Umständen falle es den Menschen sehr schwer, noch in der Stadt zu bleiben.
Von den fünftausend christlichen Familien, die noch im Jahr 2003 in der Stadt lebten, sind heute nur noch wenige geblieben. Täglich verlassen nach Aussage des Erzbischofs etwa ein Dutzend Familien die Stadt Mossul.
Abschließend appellierte Erzbischof Nona an die westlichen Medien. Er betonte, dass über das Leid der Christen in Mossul dringend mehr berichtet werden müsse, wolle man ihrer Ausrottung nicht tatenlos zusehen. Den Christen in aller Welt rief Nona zu: "Wir bitten verzweifelt um euer Gebet für uns!"
KIRCHE IN NOT schließt sich diesem Aufruf an und bittet alle Wohltäter um ihr Gebet für die Christen im Irak. Am 7. März wird in dem Land ein neues Parlament gewählt.
Quelle: Pressemeldung KIRCHE IN NOT / Ostpriesterhilfe Deutschland e.V.
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