Kardinal Maradiaga: Heiliger Geist ist "Herzschrittmacher für den Glauben"
In einem Gespräch sagte der Erzbischof von Tegucigalpa (Honduras), die Christen Europas und der ganzen Weltkirche bräuchten dafür den Heiligen Geist. Dieser sei gerade jetzt vor Pfingsten ein "Herzschrittmacher für den Glauben".
Kardinal Maradiaga hatte am Wochenende die von KIRCHE IN NOT veranstaltete Lateinamerikanisch-Deutsche Wallfahrt in Altötting geleitet.
Auf die Situation der Kirche in Lateinamerika angesprochen sagte der Kardinal, er beobachte im Gegensatz zu dem, was immer behauptet werde, weniger eine Abwanderung von Katholiken zu Sekten, als vielmehr eine "Gläubigenwanderung" von Sekte zu Sekte.
"Es fehlen Intakte Familienstrukturen"
Er sehe dennoch dringenden Handlungsbedarf in der Glaubensvermittlung der katholischen Kirche. Die Sakramente müssten wieder mehr erklärt und die katholischen Gläubigen an die Hand genommen werden.
Das gelte umso mehr, als zumindest in Honduras oftmals eine intakte Familienstruktur fehle. Kardinal Maradiaga berichtete, in seiner Heimat seien schon Zivilehen selten, sakramental geschlossene Ehen die Ausnahme.
Gesprächsrunde bei den Begegnungstagen von KIRCHE IN NOT in Altötting: Moderator Berthold Pelster, KIRCHE-IN-NOT-Geschäfsführerin Karin M. Fenbert, Kardinal Maradiaga und Übersetzerin Maria Lozano.
Gesprächsrunde bei den Begegnungstagen von KIRCHE IN NOT in Altötting: Moderator Berthold Pelster, KIRCHE-IN-NOT-Geschäfsführerin Karin M. Fenbert, Kardinal Maradiaga und Übersetzerin Maria Lozano.
Er sagte, dieser Mangel an intakten Familien sei der Grund für die meisten Probleme Lateinamerikas, da der Gesellschaft ohne diese Familien die Basis fehle. Deutlich sichtbare Auswirkungen davon seien die vielen Straßenkinder in Lateinamerika, aber auch die zunehmende Kriminalität durch Jugendbanden.
Die katholische Kirche versuche, diese Jugendlichen in ihren Einrichtungen aufzufangen, doch seien die Mittel dafür begrenzt. Kardinal Maradiaga forderte daher eine Rückbesinnung auf die Familie, um das Problem an seiner Wurzel zu behandeln.
Quelle: Pressemeldung KIRCHE IN NOT / Ostpriesterhilfe Deutschland e.V.
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