Karola Mensing schöpft Kraft und Zuversicht im Arbeitsleben
"Ich bin Lehrerin mit Leib und Seele", sagt Karola Mensing. Doch es gab eine Zeit, da konnte die 43-jährige Pädagogin nicht in ihrem Traumberuf arbeiten. 2007 erleidet sie bei einem Autounfall eine schwere Verletzung der Halswirbelsäule. Seitdem sitzt sie im Rollstuhl.
"Ein geregelter Arbeitsalltag ist für mich eine wichtige Etappe zurück in ein selbstständiges Leben", erkennt sie. Nach dem Unfall ist sie fast vollständig gelähmt. In der Physiotherapie fordert sie ihrem Körper alles ab. Mit Willenskraft kämpft sie sich schon ein Jahr später zurück ins Arbeitsleben als Fachleiterin im Studienseminar für Lehrämter in Gelsenkirchen.
Nicht nur ihr Arbeitgeber unterstützte Karola Mensing bei der Wiederaufnahme ihres Berufes. Die Kosten für einzelne Umbaumaßnahmen am Dienstgebäude, wie etwa für die Kennzeichnung eines Behindertenparkplatzes oder den Einbau eines elektronischen Türsystems, übernahm das LWL-Integrationsamt Westfalen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Die Fachstelle Behinderte Menschen im Beruf der Stadt Gelsenkirchen finanzierte ihr ein behindertengerechtes Auto. Durch die Spezialanfertigung kann Karola Mensing mit ihrer rechten Hand Gas geben, bremsen sowie den Blinker, das Fernlicht und die Scheibenwischanlage betätigen. Außerdem befindet sich auf ihrem Rücksitz eine automatische Verladehilfe für ihren Rollstuhl. "Ich brauche das Auto für meinen Beruf, um die Referendare im Unterricht an den einzelnen Schulen besuchen zu können", erzählt die Pädagogin. "Durch diesen Umbau kann ich mich völlig selbstständig bewegen und den Rollstuhl verladen."
Als sie ihren Beruf wieder aufnahm, fing Karola Mensing zunächst mit wenigen Arbeitsstunden an und betreute Lehramtsanwärter im Fachbereich Sport. Dadurch dass die Sporthallen barrierefrei zugänglich sind und sie mit dem Auto alle Hallen erreichen kann, benötigt sie keine weitere Hilfe für die Unterrichtsbesuche ihrer Referendare. "Der Beruf gibt mir unheimlich viel Kraft und Zuversicht", sagt Mensing.
Im neuen Schuljahr wird die nun wieder vollzeitbeschäftigte Pädagogin ein Hauptseminar betreuen. Dazu muss sie ihre Referendare in den verschiedenen Grundschulen rund um Gelsenkirchen im Unterricht besuchen und deren pädagogische Leistung beurteilen. Die Klassenräume sind meist nur über Treppenhäuser erreichbar. "Ich bin sonst sehr selbstständig, aber für die Unterrichtsbesuche benötige ich Hilfe", so Mensing. Für die Außendienste finanziert das LWL-Integrationsamt eine Arbeitsassistenz, die Karola Mensing begleiten wird. Ein mobiler Treppensteiger erleichtert der Assistenz die Beförderung der Rollstuhlfahrerin durch die Treppenhäuser. Dazu wird das mobile Gerät an dem Rollstuhl befestigt und ein Elektromotor leistet die Steigarbeit. "Dank der Unterstützung meines Umfeldes, des LWL-Integrationsamts und der Fachstelle Behinderte Menschen im Beruf, erarbeite ich mir Stück für Stück ein normales Leben zurück", resümiert Karola Mensing
Quelle: Pressemeldung Landschaftsverband Westfalen-Lippe
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