Qualität der Erziehung und Betreuung fördern statt Betreuungsgeld auszahlen

23.12.2009 | Düsseldorf
Anstelle der Auszahlung des Betreuungsgeldes fordert die Arbeitsgruppe "Tageseinrichtungen für Kinder", den Kommunen mehr Finanzmittel zur Verfügung zu stellen, für die Qualität und den Ausbau der Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern.

In der Arbeitsgruppe "Tageseinrichtungen für Kinder" sind die Evangelische Kirche im Rheinland, die Evangelische Kirche von Westfalen, die Lippische Landeskirche, die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe, die Fachverbände und das Evangelische Büro NRW vertreten.

"In mehr Qualität und in den bedarfsgerechten Ausbau der Kindertagesbetreuung zu investieren, kostenlose Mahlzeiten und Beitragsfreiheit zu ermöglichen, ist ein wichtiger Schritt, Kinderarmut wirkungsvoll zu begegnen und langfristig zu verhindern", so die Fachleute: "Engagement für Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit von Anfang an ist Engagement gegen Kinderarmut."

Oberkirchenrat Klaus Eberl, Leiter der Abteilung Bildung der rheinischen Kirche und Sprecher der Arbeitsgruppe, erklärt: "Nicht nur eine ausreichende Anzahl von Plätzen für Kinder unter drei Jahren muss zur Verfügung stehen. Die Plätze müssen auch den tatsächlichen Bedürfnissen entsprechen und Eltern die Möglichkeit bieten, ihre Kinder so frühzeitig und lange wie gewünscht in die Kindertageseinrichtung zu bringen." Die erheblich unterschiedlichen Elternbeiträge in den Kommunen in NRW seien ein Skandal und unter dem Gesichtspunkt Chancengerechtigkeit nicht hinnehmbar. Angesichts der schwierigen finanziellen Situation der Kommunen, könnten und dürften die meisten Städte und Gemeinden aber nicht auf Elternbeiträge verzichten. Finanziell besser gestellte Kommunen, wie etwa die Landeshauptstadt Düsseldorf, erheben nur einen Elternbeitrag für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren. Damit seien landesweit sehr unterschiedliche Voraussetzungen für den Zugang zur ersten Stufe des Bildungssystems gegeben.

Auch der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, hat sich besorgt über die zunehmende Überschuldung der Städte und Gemeinden geäußert: "Rigorose Sparmaßnahmen drohen, soziale Strukturen, kulturelles Leben, Investitionen in Bildung und ein verlässliches Miteinander auf Jahre hin zu zerstören. Bund und Länder müssen dafür sorgen, dass Kommunen in der Lage sind, die Qualität und den Ausbau der Kindertageseinrichtungen - Bildung, Betreuung und Erziehung - zu fördern."

Quelle: Pressemeldung Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR)

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