Unterstützung des interreligiösen Dialogs

10.11.2011 | München
Eigentlich ist Malawi ein Land mit einer christlichen Bevölkerungsmehrheit von 80 Prozent. In der Diözese Mangochi im Süden Malawis sind drei Viertel der Menschen Muslime. Dort kommt es bisweilen zu Spannungen. Das Auto des dortigen Ortsbischofs und die Büros verschiedener Organisationen wurden in der jüngsten Vergangenheit Brand gesteckt.

Im Oktober 2010 kam es in einer katholischen Schule zu Ausschreitungen seitens muslimischer Schüler, die Bibeln zerrissen und verbrannten. Sie behaupteten, sie seien gezwungen worden, Bibeln anzunehmen, obwohl der Schulleiter ausdrücklich gesagt hatte, niemand müsse eine nehmen.

Pfarrer Chimbwanya, der dabei war, sagte damals zu den Vorfällen: "Das Verhalten der Jugendlichen weist darauf hin, dass in unserer Mitte eine Gefahr besteht. Normalerweise würden es Schüler einer Grundschule in Malawi nicht wagen, in Gegenwart ihrer Lehrer ein Buch zu zerreißen, erst recht kein heiliges Buch. Meine Schlussfolgerung ist, dass die jungen Kinder ein schlimmes Training erhalten, das, wenn wir es nicht kontrollieren, dazu führen kann, dass wir in Zukunft gefährliche Extremisten in Malawi haben werden."

Es sei notwendig, endlich einen Dialog mit Vertretern des Islam an der Basis zu beginnen. Missverständnisse und Vorfälle der geschilderten Art "kommen und gehen", aber bislang habe dies nie dazu geführt, einen organisierten Runden Tisch ins Leben zu rufen und solche Diskussionen nicht nur auf hoher Ebene, sondern auch an der Basis zu führen. "Ich erwarte, dass es in Zukunft für uns religiöse Führer in der Region eine Gelegenheit geben wird, uns zusammenzusetzen und darüber zu sprechen, wie wir ohne Zusammenstöße zusammenleben können", unterstrich er.

Die Bischofskonferenz von Malawi.

Der Bischof von Mangochi, Alessandro Pagani, hat nun ein Projekt ins Leben gerufen, das den Dialog und das friedliche Zusammenleben der verschiedenen Religionsgemeinschaft fördern soll. Es hat auch zum Ziel, dass Vertreter verschiedener Religionen gemeinsam den gesellschaftlichen und sozialen Herausforderungen begegnen, denn Probleme wie Armut, AIDS, Analphabetismus oder häusliche Gewalt fordern eine gemeinsame Antwort.

Durch die Aus- und Weiterbildung der religiösen Führer aller Religionsgemeinschaften, der Jugendgruppenleiter und Politiker und gezielten Medienarbeit soll dazu beigetragen werden, dass Konflikte identifiziert und ausgeräumt und eine konstruktive Zusammenarbeit erreicht wird. KIRCHE IN NOT hat 7.000 Euro versprochen.

Quelle: Pressemeldung KIRCHE IN NOT / Ostpriesterhilfe Deutschland e.V.

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